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BuddyKids
Von 6 Jahre bis 11 Jahre
Ein Anti-Aggressionstraining zur Änderung des Sozial- und Konfliktverhaltens für Kinder
Ziel:
Vermittlung von Theorie und Praxis für die eigenständige Durchführung von Trainingseinheiten in Schulen im Bereich der Gewaltpräventionen.
Leitung:
Marco Gevatter
Markus Beyer
Leider hat sich bis zum heutigen Tag noch nicht wirklich herumgesprochen, dass Sport – insbesondere Kampfsportarten – Aggressionen abbauen und helfen können, Aggressionshemmungen zu lösen.
Leider ist das so. Dabei wäre gerade in der heutigen Zeit eine Gegensteuerung nötig. Bereits 1993 stellte Astrid Abbrecht in ihrer Diplomarbeit fest, dass das Karatetraining dazu beiträgt, die Konzentration, Entspannung, Selbstsicherheit und Begeisterung zu steigern.
Auch das Boxen gehört unweigerlich zu den Kampfsportarten.
Doch beide Begriffe, sowohl das „Boxen“ als auch der „Kampfsport“ sind nach wie vor negativ belastet.
Doch warum ist das so?
Der nicht vom Kampfsport begeisterte Mensch glaubt in der Regel „...das ist zu brutal.“
Dieses Bild wird durch TV- und Kinofilme sowie durch Kampfsportübertragungen geschaffen.
Beim Profiboxen werden via Text und Bild blutige Gesichter und K.o.-Schläge gezeigt und in den Vordergrund gerückt.
Und trotzdem...
Wir glauben, dass die Allgemeinheit vom eigentlichen Boxen, vom Boxtraining, den Regeln und der erforderlichen Disziplin bei Kampfsportarten oftmals nichts weiß.
Beim Kampfsport geht es, wie bei allen anderen Sportarten auch, um körperliche Ertüchtigung.
Zudem geht es um Reaktionsschnelligkeit, Fairness, Mut zur direkten Auseinandersetzung, Stärkung des Selbstwertgefühls und vieles mehr.
Boxtraining – ein pädagogisches Mittel?
Dazu muss erst einmal klar gestellt werden, dass der Boxsport und der Kampfsport allgemein, als pädagogisches Mittel eine rein sportliche und spielerische Variante sind.
Beim Erlernen des Fitnessboxens geht es neben dem Erwerb der körperlichen Grundlagen und der komplexen Techniken in erheblichem Maße auch um soziales Lernen.
Verantwortungsbewusstsein für sich und den Gegner sowie sportliche Fairness sind hier keine Schlagwörter, sondern gehören zum Lernrepertoire.
Denn gerade für Mädchen und Jungen ist die Verantwortlichkeit gegenüber dem eigenen Körper oft neu.
Kampfsport zu betreiben ist nicht einfach. Neben Regeln und klar definierten Bedingungen muss man einiges mehr lernen:
Geduld und Disziplin, Mut, Willenskraft und Selbstvertrauen.
Man höre und staune, aber Experten empfehlen es schon lange. So zum Beispiel der Sportwissenschaftler Markus Regele, der 2002 in seiner Studie „Gewaltprävention im Sportunterricht“ nachweisen konnte, dass Schüler im Alter zwischen 12 und 14 Jahren nach
einem dreimonatigen Boxtraining ein signifikant weniger aggressives Verhalten zeigten, als ihre nicht boxenden Mitschüler.
Ebenfalls auffallend und deutlich war die Tatsache, dass die Schüler mit Boxtraining viel eher und stärker den Versuch unternahmen, Probleme verbal und kommunikativ zu lösen, anstatt einfach „draufzuhauen“.
Wenn das sportliche Boxtraining und der Kampsport im Allgemeinen dem einen dabei hilft, seine Aggressionen in konstruktive Bahnen zu leiten und dem anderen die Aggressionshemmungen nehmen kann, dann hat man ein wertvolles psychologisches und pädagogisches Werkzeug in der Hand, das für Jungen und Mädchen geeignet ist.
2005 entstand unsere Idee, Kindern und Jugendlichen Werte und sportliche Richtlinien zu vermitteln und so wurde das Projekt BuddyKids ins Leben gerufen.
BuddyKids kommt aus dem Englischen und steht für Kumpel, Freund.
Im Zeitalter der Computerspiele und Fastfood-Ketten verlieren und verlernen immer mehr Kinder die Freude daran, sich sportlich zu betätigen.
Aus zahlreichen Studien geht klar hervor, dass die Entwicklung durch Sport gefördert wird.
Leider ist das heute die Ausnahme. Nicht selten folgen Aggressionen oder Depressionen.
Schon bei den Kleinsten zeigt sich dies häufig. Oftmals fallen Sätze wie: „Das schaffst du noch nicht“, „werde erst einmal erwachsen“, „dafür bist du noch zu klein“... und vieles mehr.
Wir sollten an dieser Stelle nicht vergessen, dass eine Autoritätsperson einem Kind nur ca. sieben Mal das Gleiche sagen muss, damit es dauerhaft gespeichert wird.
Nicht selten zeigt sich bei Erwachsenen nach Jahren genau dieses - Defizite, Ängste, Wut und Enttäuschungen finden sich häufig in der Kindheit wieder.
Die Kinderseele ist etwas ganz sensibles, zerbrechliches.
Im gleichen Atemzug trauen die meisten Erwachsenen Kindern viel zu wenig zu.
Schon früh werden gesellschaftliche Richtlinien festgelegt: „Sei nicht so laut“, „sei artig und benimm dich anständig“.
Dies sind im allgemeinen auch Werte, denen nichts entgegen zu setzen ist...
Aber gerade Kinder müssen ihre Grenzen kennen lernen, müssen mal laut sein dürfen...
Kinder gehen sehr häufig ausgesprochen gut mit Verantwortung um.
Haben sie dann eine Aufgabe, die man ihnen anvertraut hat gut erledigt und sie werden gelobt, prägt sich auch dieses dauerhaft in die Kinderseele ein!
Unser Konzept soll zeigen, dass Kindern eine Menge zuzutrauen ist.
Durch Spiel, Spaß, Gedächtnistraining, Lob, Anerkennung, Akzeptanz und Sport werden Werte geschaffen, die Selbstvertrauen und Sicherheit schaffen.
Zudem wird die Persönlichkeit gestärkt.
Da unser Konzept von der Arbeit der Multiplikatoren lebt, sollen die Teilnehmer/Trainer in die Lage versetzt werden, das Training eigenständig durchzuführen.
Damit sind sie selbst in der Lage, die Gruppe der Kinder, Lehrer und Lehrerinnen, Eltern und Mitarbeiter von Jugendeinrichtungen zu erreichen.
Innerhalb unseres dreimonatigen Kurses werden diverse Inhalte in Theorie und Praxis angeboten.
Dieses Angebot bieten wir in Kooperatipon mit 12Rounds an. Ohne den Einsatz von 12Rounds gebe es dieses Projekt leider nicht.
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