home loans
home loans
BuddyKids PDF Drucken E-Mail

                                       

Das Projekt "BuddyKids" wurde im Jahr 2006 mit unserem Kooperationspartner 12Rounds (Markus Beyer GmbH) in Schwanewede durchgeführt.

Finanzielle Unterstützung kam dabei von der Jugendstiftung der Kreissparkasse Osterholz.

BuddyKids
Von 6 Jahre bis 11 Jahre
Ein Anti-Aggressionstraining zur Änderung des
Sozial- und Konfliktverhaltens für Kinder

Ziel: Vermittlung von Theorie und Praxis für die eigenständige
Durchführung von Trainingseinheiten in Schulen im Bereich
der Gewaltpräventionen
Leitung: Marco Gevatter, Markus Beyer

Vorwort:
Leider hat sich bis zum heutigen Tag noch nicht wirklich herum gesprochen, dass Sport
insbesondere Kampfsportarten – Aggressionen abbauen und helfen können,
Aggressionshemmungen zu lösen.

Leider ist das so. Dabei wäre gerade in der heutigen Zeit eine Gegensteuerung nötig. Bereits1993 stellte Astrid Abbrecht in ihrer Diplomarbeit fest, dass das Karatetraining dazu beiträgt,
die Konzentration, Entspannung, Selbstsicherheit und Begeisterung zu steigern.
Auch das Boxen gehört unweigerlich zu den Kampfsportarten. Doch beide Begriffe, sowohl
das „Boxen“ als auch der „Kampfsport“ sind nach wie vor negativ belastet.
Doch warum ist das so?
Der nicht vom Kampfsport begeisterte Mensch glaubt in der Regel „...das ist zu brutal.“ Dieses
Bild wird durch TV- und Kinofilme sowie durch Kampfsportübertragungen geschaffen. Beim
Profiboxen werden via Text und Bild blutige Gesichter und K.o.-Schläge gezeigt und in den
Vordergrund gerückt.
Und trotzdem...
Wir glauben, dass die Allgemeinheit vom eigentlichen Boxen, vom Boxtraining, den Regeln
und der erforderlichen Disziplin bei Kampfsportarten oftmals nichts weiß. Beim Kampfsport
geht es, wie bei allen anderen Sportarten auch, um körperliche Ertüchtigung. Zudem geht es
um Reaktionsschnelligkeit, Fairness, Mut zur direkten Auseinandersetzung, Stärkung des
Selbstwertgefühls und vieles mehr.
Boxtraining – ein pädagogisches Mittel?
Dazu muss erst einmal klar gestellt werden, dass der Boxsport und der Kampfsport allgemein,
als pädagogisches Mittel eine rein sportliche und spielerische Variante sind. Beim Erlernen des
Fitnessboxens geht es neben dem Erwerb der körperlichen Grundlagen und der komplexen
Techniken in erheblichem Maße auch um soziales Lernen. Verantwortungsbewusstsein für
sich und den Gegner sowie sportliche Fairness sind hier keine Schlagwörter, sondern gehören
zum Lernrepertoire. Denn gerade für Mädchen und Jungen ist die Verantwortlichkeit
gegenüber dem eigenen Körper oft neu.
Kampfsport zu betreiben ist nicht einfach. Neben Regeln und klar definierten Bedingungen
muss man einiges mehr lernen: Geduld und Disziplin, Mut, Willenskraft und Selbstvertrauen.
Man höre und staune, aber Experten empfehlen es schon lange. So zum Beispiel der
Sportwissenschaftler Markus Regele, der 2002 in seiner Studie „Gewaltprävention im
Sportunterricht“ nachweisen konnte, dass Schüler im Alter zwischen 12 und 14 Jahren nach
einem dreimonatigen Boxtraining ein signifikant weniger aggressives Verhalten zeigten, als
ihre nicht boxenden Mitschüler. Ebenfalls auffallend und deutlich war die Tatsache, dass die
Schüler mit Boxtraining viel eher und stärker den Versuch unternahmen, Probleme verbal und
kommunikativ zu lösen, anstatt einfach „draufzuhauen“.
Wenn das sportliche Boxtraining und der Kampsport im Allgemeinen dem einen dabei hilft,
seine Aggressionen in konstruktive Bahnen zu leiten und dem anderen die
Aggressionshemmungen nehmen kann, dann hat man ein wertvolles psychologisches und
pädagogisches Werkzeug in der Hand, das für Jungen und Mädchen geeignet ist.
2005 entstand unsere Idee, Kindern und Jugendlichen Werte und sportliche Richtlinien zu
vermitteln und so wurde das Projekt BuddyKids ins Leben gerufen.
BuddyKids kommt aus dem Englischen und steht für Kumpel, Freund.
Im Zeitalter der Computerspiele und Fastfood-Ketten verlieren und verlernen immer mehr
Kinder die Freude daran, sich sportlich zu betätigen. Aus zahlreichen Studien geht klar hervor,
dass die Entwicklung durch Sport gefördert wird. Leider ist das heute die Ausnahme. Nicht
selten folgen Aggressionen oder Depressionen.
Schon bei den Kleinsten zeigt sich dies häufig. Oftmals fallen Sätze wie: „Das schaffst du noch
nicht“, „werde erst einmal erwachsen“, „dafür bist du noch zu klein“... und vieles mehr. Wir
sollten an dieser Stelle nicht vergessen, dass eine Autoritätsperson einem Kind nur ca. sieben
Mal das Gleiche sagen muss, damit es dauerhaft gespeichert wird. Nicht selten zeigt sich bei
Erwachsenen nach Jahren genau dieses - Defizite, Ängste, Wut und Enttäuschungen finden
sich häufig in der Kindheit wieder. Die Kinderseele ist etwas ganz sensibles, zerbrechliches. Im
gleichen Atemzug trauen die meisten Erwachsenen Kindern viel zu wenig zu. Schon früh
werden gesellschaftliche Richtlinien festgelegt: „Sei nicht so laut“, „sei artig und benimm dich
anständig“. Dies sind im allgemeinen auch Werte, denen nichts entgegen zu setzen ist...
Aber gerade Kinder müssen ihre Grenzen kennen lernen, müssen mal laut sein dürfen...
Kinder gehen sehr häufig ausgesprochen gut mit Verantwortung um. Haben sie dann eine
Aufgabe, die man ihnen anvertraut hat gut erledigt und sie werden gelobt, prägt sich auch
dieses dauerhaft in die Kinderseele ein!
Unser Konzept soll zeigen, dass Kindern eine Menge zuzutrauen ist. Durch Spiel, Spaß,
Gedächtnistraining, Lob, Anerkennung, Akzeptanz und Sport werden Werte geschaffen, die
Selbstvertrauen und Sicherheit schaffen. Zudem wird die Persönlichkeit gestärkt.
Da unser Konzept von der Arbeit der Multiplikatoren lebt, sollen die Teilnehmer/Trainer in die
Lage versetzt werden, das Training eigenständig durchzuführen. Damit sind sie selbst in der
Lage, die Gruppe der Kinder, Lehrer und Lehrerinnen, Eltern und Mitarbeiter von
Jugendeinrichtungen zu erreichen.
Innerhalb unseres dreimonatigen Kurses werden diverse Inhalte in Theorie und Praxis
angeboten:
Uns ist klar, dass wir mit unserem Konzept von der Norm abweichen. Warum wir dies tun und
der Überzeugung sind, das Richtige zu tun, erklärt sich auf den folgenden Seiten:


Folgende Inhalte werden vermittelt:
1.0 Spielen, Aufwärmtraining und erste Regeln
1.1 Analyse der Situation, Ängste und Aggressionen (Ring)
1.2 Verbale und nonverbale Kommunikation in Konfliktsituationen
1.3 Die Körpersprache
1.4 Gedächtnistraining
1.5 Distanzverhalten
1.6 Präventive Situationsschulung
1.7 Fallschule
1.8 Wahrnehmung von Konfliktsituationen und deren Grenzen
1.9 Gefahr erkannt – Gefahr gebannt / Ausstiegskurve
2.0 Schutzschild bauen
2.1 Wünsche wollen und das Wollen wünschen
2.2 Grundtechniken
2.3 Erste Hilfe
2.4 Rollenspiele
2.5 Freie Selbstverteidigung
2.6 Kontakt